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	<title>Frauenwahlrecht | </title>
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		<title>Afghanistan</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Dec 2014 08:39:33 +0000</pubDate>
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			<p>Erstmals wurde das Frauenwahlrecht in Afghanistan im Jahr 1919 eingeführt, aber die Geschichte des Frauenwahlrechts unterscheidet sich doch von anderen Orten dieser Welt.<br />
1919 &#8211; noch vor den Vereinigten Staaten und vielen europäische Staaten &#8211; wurde das Frauenwahlrecht zwar eingeführt, allerdings bereits 1929 wieder abgeschafft.</p>
<p>Über drei Jahrzehnte später, im Jahr 1963, wurde den Frauen in Afghanistan das politische Recht der gleichberechtigten Wahl erneut gewährt. Um &#8211; weitere drei Jahrzehnte später &#8211; im Jahr 1996 wieder von den Taliban kassiert zu werden. Seit 2004 dürfen Frauen wieder wählen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für die Entwicklung des Frauenwahlrechts in Afghanistan spielte die Haltung des herschenden Königs Habibullah Khan und seines Sohnes Amanullah eine wesentliche Rolle. Als Habibulah 1901 König Afghanistans wurde holte er den ins Exil nach Syrien geflüchteten Mahmood Tarzi nach Afghanistan zurück. Die Familie Tarzi engagierte sich für die Modernisierung des Landes und König Abdullah symphatisierte mit den liberalen Ideen und Reformen, mit denen Tarzi Afghanistan voranbringen wollte. 1913 heiratete Prinz Amanullah Khan die Tochter von Mahmood Tarzi &#8211; Soraya Tarzi.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Soraya kam 1899 in Damaskus, Syrien auf die Welt. Dort studierte sie auch und wuchs im Umfeld und Einfluß westlicher Kultur auf. Als ihr Ehemann Amanullah Khan 1919 König wurde, war sie eine einflußreiche und wichtige Person hinter den Reformen, mit denen er Afghanistan voranbringen wollte. Es war Soraya, die die erste Mädchenschule in Afghanistan eröffnete und sich für die Bildung und Qualifizierung von Mädchen und Frauen einsetzte.</p>
<p>So setzte sie sich beispielsweise 1928 dafür ein, dass 15 junge Frauen in die Türkei reisen konnten, die sich dort als Lehrerinnen und Krankenschwestern weiterbilden konnten. Bereits 1921 veröffentlichte sie eine wochentliche Zeitung für Frauen mit dem Titel Irshad-e-naswan. Die Zeitung thematisierte das Alltagsleben von Frauen, ebenso die Rechte der Frauen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am 9. Jahrestag der Unabhängigkeit Afghanistans, 1928, sagte sie in ihrer Rede:</p>

		</div> 
	</div> <div class="separator  transparent center  " style="border-bottom-width:1px;margin-top:37px;margin-bottom:0px"></div>
<blockquote class='blockquote_shortcode with_quote_icon' style=''><span style="" class="icon_quotations_holder">”</span><h4 class='blockquote_text' ><span>... die Unabhängigkeit gehört uns allen, deshalb feiern wir sie. Aber denken sie, dass unsere Nation von Anfang nur Männer braucht um ihr zu dienen? Frauen sollten ihren Anteil ebenso wie die Frauen in den frühen Jahren unsere Nation und des Islam übernehmen. Aus ihren Beispielen müssen wir lernen, dass wir alle zur Entwicklung unsere Nation beitragen müssen und dass dies nicht ohne Wissen möglich ist.</span></h4></blockquote><div class="separator  transparent center  " style="border-bottom-width:1px;margin-top:25px;margin-bottom:0px"></div>

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			<p>Als Königin Soraya Tarzi mit ihrem Gatten im Dezember 1927 zu einer 8-monatigen Europareise aufbricht, hat ihr König Amanullah u.a. bereists die allgemeine Schulpflicht, Gleichbehandlung von Mann und Frau und die Trennung von Kirche und Staat auf den Weg gebracht. In Berlin dinierte Soraya Tarzi mit Reichspräsident Hindenburg, in Oxford wurde ihr ein Ehrentitel der Oxford University verliehen.</p>
<p>In Europa gefeiert, in Afghanistan „gefeuert“ &#8211; in Afhganistan verbreitete Fotos zeigen die Königin westlich gekleidet, ohne Kopfbedeckung, einen Handkuss empfangend. Der Aufruhr der reformfeindlichen geistlichen Mullahs gipfelte in einer handfesten Rebellion gegen das Königspaar und zwang den König 1929 zum Abdanken und zur Flucht ins Exil. Am 20. April 1968 verstarb Soraya Tarzi in Rom.<br />
Ironie der Geschichte: An der Verbreitung der Fotos war die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien aktiv beteiligt, Reformen und Frauenwahlrecht waren weniger wichtig, als der politische Einfluß, den man sich von den Nachfolgern Khans versprach. Mit den wiedererstarkten Klans und Mullahs verschwand auch das Frauenwahlrecht umgehend in der Versenkung. Schulen für Mädchen wurden geschlossen und die einzige Frauen-Zeitschrift Irshad-e-naswan verboten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Erst drei Jahrzehnte später wurde das Wahlrecht der Frauen wieder eingeführt, 1964 wurde erstmals in Afghanistan das volle Frauenwahlrecht eingeführt, denn im Unterschied zu 1919 durften Frauen nicht nur wählen, sondern auch gewählt werden, wie z.B. Kobra Noorzai, die als erste afghanische Frau zur Ministerin gewählt wurde. Von 1965-69 war sie Gesundheitsministerin.</p>
<p>Ende der 1940-er Jahre öffnete sich für Frauen wieder der Weg in die Ausbildung und Arbeitsfelder Bildung und Erziehung.<br />
1957 war Kobra Noorzai eine der Gründerinnen des unabhängigen Frauenverbands De Mermeno Tolena und war zusammen mit Masoama Wardakir in der 23-köpfigen Kommission, die die dritte afghanische Verfassung erarbeitete. Das in der Verfassung garantierte allgemeine, freie Wahlrecht für Männer wie Frauen war ein Erfolg der westlich orientierten Eliten in Kabul, Herat, Mazar-il-Sharif und erhielt massiven Gegenwind vor allem in den ländlichen Provinzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine weitere Stärkung der Frauenrechte, wie die Abschaffung des Brautpreises, die freie Wahl des Ehepartners und der Berufswahl durch die Verfassung von 1975/77 blieb an vielen Orten ohne Umsetzung. Unter der sowjetischen Kontrolle allerdings wurde die Teilhabe der Frauen im zivilen Alltag real: 70% der Lehrkräfte waren Frauen, 40% der Ärzteschaft und die Hälfte der Studierenden war weiblich.</p>
<p>Mit dem Zusammenbruch des System 1992, dem folgenden Bürgerkrieg mit der Herrschaft der Taliban bis 2001 verloren Frauen z.T. über Nacht Rechte wie Arbeitsplätze und waren erste Opfer von Gewalt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Verfassung von 2004 garantiert heute Frauen 27% der Sitze im afghanischen Parlament, mind. 2 Frauen aus jeder der 34 Provinzen vertreten ihre Wähler*innen. Bei den Wahlen 2010 waren 40% der Wahlbeteiligten Frauen, 2018 waren es 34%. Eine der ersten Ministerinnen (für Frauenfragen) war Sima Samar, die erste Gouverneurin einer Provinz wurde 2005 Dr. Habiba Sarabi.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>SAID MUHAMMED</h4>

		</div> 
	</div> </div></div></div></div></div>
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		<title>Chile</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2014 15:54:45 +0000</pubDate>
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			<p>Durch einen Wandschirm abgetrennt nahm Ernestina Pérez Barahona 1888 an den Medizinvorlesungen an der Friedrich Wilhelm, heute Humboldt Universität, in Berlin teil. Ein reguläres Medizin-Studium für Frauen war in Deutschland erst ab 1899 möglich, allerdings besuchte Ernestina Pérez Barahona die Vorlesungen nicht als Studentin, sondern als promovierte Ärztin, denn 1888 hatte sie in Chile bereits ihren Abschluss in der Tasche. Und sich erfolgreich gegen eine Cholera-Epidemie in Valparaíso eingesetzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nicht nur im Vergleich zu europäischen Ländern, sondern auch zu den südamerikanischen Nachbarstaaten, öffneten sich die Bildungszugänge für Frauen in Chile relativ früh. Die konservative autoritäre Regierung unter Aníbal Pinto erließ 1877 einen Erlass, wonach „Frauen zu Prüfungen zuzulassen seien, die zur Verleihung desselben beruflichen Status führen, wie er bei gleicher Qualifikation Männern erteilt wird.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Liberale Ideen, die in Chile Fuß gefasst hatten, spielten eine Rolle, aber für die Entwicklungschancen der Frauen und Mädchen in Chile war auch von Gewicht, dass neue Einwanderergenerationen aus Spanien, Italien, Deutschland eine bessere Zukunft für ihre Familien suchten, und vor allem, dass Frauen während mehrerer kriegerischer Auseinandersetzungen die Arbeiten von Männern übernahmen und sie oft auch behielten, als die Männer zurückkehrten, da ein ökonomischer Aufschwung viele Arbeitskräfte verlangte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch wenn die patriachalen und konservativ-katholischen Strukturen weiter den Alltag in Chile dominierten und die Theorie einer beruflichen Gleichstellung torpedierten, meldeten die bürgerlich-wohlhabenden Frauen früh ihren Anspruch auf politische Teilhabe an. Bei der Präsidentschaftswahl 1875 traten Frauen in San Felipe und La Serena vor die Wahlurnen und verlangten ihr Wahlrecht, schließlich hatten im Vorjahr „alle Chilenen“ (chilenos, genericamente), die Lesen und Schreiben können, das Wahlrecht erhalten und die gültige Verfassung von 1833 sah keinen Geschlechterausschluss vor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Resultat dieses Versuchs war eine Gesetzesänderung 1884, wonach nur „männliche Chilenen“ (chilenos varones) zu Wahlberechtigten erklärt wurden, ein anderes, dass sich die Emanzipationsbewegung zunächst auf andere Themen konzentrierte.</p>
<blockquote><p>
<strong><em>&#8222;Mein Jurastudium hat mich von der rechtlichen Minderwertigkeit der Frauen überzeugt. Die Notwendigkeit, diese Diskriminierung zu beenden, hat mich zu einer Feministin gemacht&#8220;  </em></strong>Elena Caffarena
</p></blockquote>
<p>Im Jahr ihres Jura-Abschlusses 1926 war die damals 23-jährige Elena Caffarena, Tochter einer italienischen Einwandererfamilie, erst die 15. Anwältin in der chilenischen Geschichte. Als Studentin engagierte sie sich im kostenlosen Rechtsberatungsdienst, erstritt Rechte für ausgebeutete Hausarbeiterinnen und bewegte mit ihren Argumenten die chilenische Rechtssprechung hin zu einer frauengerechteren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Elena Caffarena, die sich selbst als gemäßigte Sozialistin bezeichnete, war wie andere Frauen überzeugt, dass es Selbstorganisationen braucht, um gesellschaftliche Veränderungen voranzubringen. Auch für die Erreichung des Frauenwahlrechts war eine der wichtigsten Organisationen die Movimiento Pro-Emancipación de las Mujeres de Chile/MEMCh, die von Elena Caffarena 1935 mitbegründet wurde und deren erste Generalsekretärin sie war.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Doch schon vor der Emanzipationsbewegung MEMCh gab es in Chile nicht nur Lesezirkel der weiblichen universitären Eliten, sondern auch kommunistische Frauenzentren im Salpeterabbaugebiet im Norden, Frauengewerkschaften und in den 1920er Jahren einige politische Frauen-Parteien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da viele der sozial und politisch aktiven Frauen konservativ-katholisch ausgerichtet waren, war es die Konservative Partei, die sich als erste für die Einführung des (kommunalen) Frauenwahlrechts einsetzte. Die skeptische Haltung des Mitte-Links-Lagers sollte bei der ersten Wahl an der Frauen 1935 kommunal ihr Wahlrecht ausüben konnten, bestätigt werden: die Konservative Partei profitierte am meisten von den Stimmen der Frauen. Den Durchbruch zum nationalen Wahlrecht erreichte MEMCh mit 42 lokale Komitees von Arica nach Valdivia, kontinuierlichen Kampagnen und einem breiten Frauen-Bündnis in den 1940er Jahre.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bei der Staatsfeier zur Einführung des Frauenwahlrechts am 8.1.1949 wurde Elena Caffarena, aus deren Feder das Gesetz stammte, ausgeladen und wenige Tage später wurden ihr auf Grundlage anti-kommunistischer Gesetze außerdem die Bürgerrechte und damit auch das Wahlrecht entzogen. Caffarena blieb ihrer eigenen Linie treu, auch unter der folgenden Pinochet-Diktatur. Als ihre Wohnung vom Militär durchsucht wurde, sagte sie: „Also, Leute, ich werde in meinem Zimmer sein und ich möchte nicht gestört werden. Ich empfehle Ihnen, vor dem Verbrennen die Bücher zu lesen &#8230;“</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>CAROLINA BAHAMONDES PAVEZ</h4>
<h6>

		</div> 
	</div> </div></div></div></div></div></h6>
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		<title>Zeittafel</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Dec 2014 09:53:59 +0000</pubDate>
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			<p><strong>Es begann 1893 in Neuseeland. Genaugenommen aber war es der spätere US-Bundesstaat Wyoming, der 1869 erstmals das Frauenwahlrecht einführte, die erste Stadt war 1853 Vélez in Kolumbien. Noch genauer genommen hatten Frauen in Schweden das 1718 eingeführte lokale Wahlrecht nie verloren bzw. in Ghana hatten die Akana-Frauen sowieso das Sagen, zumindest die Königinmutter. In Wahrheit wissen wir vieles nicht nicht. Wer sich trotzdem einen groben weltweiten Überblick verschaffen will, dem empfehlen wir &#8211; auch wenn es nicht so up to date ist wie unsere Zeittafel &#8211; wärmstens <a href="http://womens-political-rights.org/">http://womens-political-rights.org/</a><br />
</strong></p>

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