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		<title>Brasilien</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Dec 2014 08:31:29 +0000</pubDate>
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			<p><strong><em>Das Gesetz und die Zahlen</em></strong><br />
In Brasilien durften Frauen bundesweit erst seit dem Jahr 1932 wählen. Allerdings war das Recht den verheirateten Frauen (mit Genehmigung des Ehemannes), Verwitweten und ledigen Frauen mit eigenen Einkommen vorbehalten. Erst im Jahr 1934 durften alle Frauen wählen und gewählt werden. Die Wahlpflicht, wie sie schon für Männer galt, wurde für die Frauen erst im Jahr 1946 eingeführt. Von einer gesamten Anzahl von 144 Millionen brasilianischen Wählern sind 75.266.056 Frauen, also 52,24% der Wählerschaft (Daten: TRE 2018).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Wie alles anfing</em></strong><br />
Der Kampf für das Frauenwahlrecht im Brasilien begann bereits 22 Jahre bevor sie das Recht per Gesetz erhielten.<br />
Genau im Jahr 1910, wurde die erste (und bis heute die einzige) feministische Partei im Land gegründet. Sie hieß „Partido Republicano Feminino“ (frei übersetzt: Weibliche Republikanische Partei) und hat mehr oder weniger die Strategie &#8211; radikale Aktionen ausgenommen &#8211; der englischen „Suffragetten“ übernommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die PRF wurde in Rio de Janeiro von der Lehrerin Leolinda Daltro und der Schriftstellerin Gilka Machado gegründet, zwei der Pionierinnen im Kampf für das Frauenwahlrecht in Brasilien. Leolinda Daltro kam aus dem Bundestaat Bahia, im<br />
Nordosten Brasiliens, und war Feministin, Lehrerin, alleinerziehende Mutter von fünf Kindern und hat nicht nur das Wahlrecht für Frauen gefordert. Sie hat auch für das Recht auf Berufsausbildung für junge Frauen gekämpft und war für die Einführung der legalen Ehe-Scheidung (Divórcio), was damals ein Skandal war.</p>
<p>Die Mehrzahl der Partei-Mitglieder bestand aus Leolindas Schülerinnen in der Schule „Escola Orsina da Fonseca“, wo sie auch die Leiterin war. Sie waren nicht mal 100, aber dafür sehr hartnäckig in ihren Aktionen. Wie die „Suffragetten“ haben sie die Standarte, die Brustschärpe und die Broschen getragen.</p>
<p>Im Jahr 1919 war Leolinda die erste Frau, die für eine Bürgermeister-Wahl in Brasilien kandidierte. Ihre Kandidatur wurde aber abgelehnt. Wie Emmeline Pankhurst aus England wurde auch Leolinda von der Presse ausgelacht und von der Öffentlichkeit schikaniert. Doch weder die Rückschläge noch die Demütigungen nahmen der brasilianischen Feministin den Mut.</p>
<p>Leolinda starb im Jahr 1935, ihre Ideale lebten aber weiter mit der „Federação Brasileira pelo Progresso Feminino“ (frei übersetzt: Brasilianische Föderation für den weiblichen Fortschritt), gegründet im Jahr 1922 in São Paulo und von der Biologin Berta Lutz geleitet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Andere Pionierinnen</em></strong><br />
Leolinda Daltro, Gilka Machado und Berta Lutz waren wichtige Namen, aber nicht die einzigen Pionierinnen im Kampf für das Frauenwahlrecht in Brasilien. Im Land gab es noch andere Kämpferinnen und viele spannende Geschichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Die erste Wählerin und die erste Bürgermeisterin</em></strong><br />
Im Jahr 1927 im Bundestaat Rio Grande do Norte, im Nordosten Brasiliens, also 5 Jahre vor dem Beschluss über das Frauenwahlrecht auf Bundesebene, hat sich die Sekundarlehrerin Celina Guimarães Viana als erste Wählerin durch eine Petition registrieren lassen. Das war nur möglich, weil das Wahlgesetz im Bundesstaat Rio Grande do Norte viel fortgeschrittener als das des Landes war. Im Text hieß es: „im Rio Grande do Norte dürfen alle Bürger wählen und gewählt werden, unabhängig vom Geschlecht“. Celina Viana durfte im April 1928 in der Stadt Mossoró wählen. Ihr Erfolg hat viele Frauen so motiviert, dass ähnliche Petitionen in anderen Städten von Rio Grande do Norte und in weiteren 9 Bundesländern beantragt wurden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die erste Bürgermeisterin in Brasilien und in Südamerika &#8211; so die damalige Nachricht in der amerikanischen Zeitung New York Times &#8211; kam auch aus dem Bundesland Rio Grande do Norte. Im Jahr 1928 wurde Luisa Alzira Teixeira Soriano als Bürgermeisterin der Stadt Lages mit 60% der Stimmen gewählt. Luisa Soriano hat für die Republikanische Partei kandidiert, war aber leider nur ein Jahr im Amt. Auf dieses hat sie 1930 verzichtet, weil sie unzufrieden mit der Wahl des Präsidenten Getúlio Vargas war. Trotz der kurzen Regierungszeit von Alzira, konnte die kleine Stadt Lages einige Fortschritte erreichen, mit dem Ausbau der lokalen Infrastruktur (Bau von Straßen und Verbesserungen bei der Straßenbeleuchtung). Alzira ist in der Politik geblieben: Im Jahr 1947 wurde sie Gemeinderätin in der Stadt Jardim de Angicos, wo sie noch zwei weitere Legislaturperioden übernommen hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>VALÉRIA DA SILVA FEKETE</h4>

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		<title>Ghana</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2014 16:10:53 +0000</pubDate>
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			<p>Ghana, früher als Gold Coast bekannt, erlangte 1957 seine Unabhängigkeit von Großbritannien und wurde als erste Subsahara-Nation von der Kolonialherrschaft befreit. Es liegt am Golf von Guinea und am Atlantik, in der Unterregion von Westafrika. Ghana erstreckt sich über eine Landfläche von 238.535 km2 (92.099 Quadratmeilen) und grenzt im Westen an die Elfenbeinküste, im Norden an Burkina Faso, im Osten an Togo und im Süden an den Golf von Guinea und den Atlantik. Ghana bedeutet in der Sprache Soninke “Kriegerkönig”.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Vorkolonialzeit</em></strong><br />
Die traditionelle Bedeutung der Akan-Frauen Ghanas reicht bis in die früheste Geschichte des Landes zurück. Die Königinmutter war der geistige Vormund, die gesetzliche Schiedsrichterin, die Herrscherin, die Beschützerin der materiellen Bedürfnisse ihres Volkes, und sogar unter bestimmten Umständen die Anführerin der Armee. Unter der Führung der Königinmutter spielten Frauen eine wichtige Rolle in der Regierungsführung. Die Frage die Frauen wurde vor dem Königin-Mutter-Gericht behandelt. Die Königinmutter hatte drei Möglichkeiten, einen Kandidaten als Chief zu ernennen. Yaa Asantewaa, die Königinmutter von Ejisu, versammelte das Asante-Reich und führte 1900 in Ashanti eine Armee gegen die Briten, um sich nach der Deportation des Asantehene, des König des Asante-Reiches, den Briten zu widersetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Übergangsphase</em></strong><br />
In den fünfziger Jahren wurden im Vorfeld der Unabhängigkeitserklärung drei Wahlen abgehalten, und in diesem Fall war dies das allgemeine Wahlrecht für Erwachsene. In dem ehemaligen nicht selbstverwalteten Gebiet der Goldküste wurde 1955 vor seiner Unabhängigkeit 1957 Männern und Frauen das gleiche allgemeine Wahlrecht eingeräumt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Nach der Unabhängigkeit</em></strong><br />
Wahlen fanden immer im allgemeinen Wahlrecht für Erwachsene statt. Frauen wurden im Rahmen der Unabhängigkeitsverfassung Ghanas gleichberechtigt, dennoch sind nach wie vor Ungleichheiten in Bezug auf Bildung und wirtschaftliche Macht für Frauen weit verbreitet. Zudem haben Frauen viel weniger Zugang zu Ressourcen als Männer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Politik</em></strong><br />
Obwohl nach der Verfassung von Ghana 1992 politische Mitbestimmungsrechte für Frauen garantiert sind, ist die Vertretung von Frauen in der Regierung gering. In Ghana gab es noch nie eine Präsidentin. Von 275 Mitgliedern des Parlaments sind nur 35 Frauen, die 13,5% des Parlaments vertreten, aber die Zahl der ist im Laufe der Zeit gestiegen.</p>
<p>Darüber hinaus machen Frauen nur einen geringen Prozentsatz der Richter in Ober- und Obersten Gerichten aus. Im Jahr 2009 waren 23% der Richter des Obersten Gerichtshof Frauen. Präsident Kuffour ernannte mit Georgina Wood im Jahr 2000 die erste Frau zur Obersten Richterin Ghana. Als sie in den Ruhestand ging, übernahm wieder eine Frau diese Position, die Oberste Richterin Sophia Akuffo.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zu früheren Zeiten wurde ein größerer Teil der Jungen zur Schule geschickt, die Mädchen wurden zu Hause als Haushaltshilfe gehalten und früh verheiratet. Seit der Einführung der kostenlosen Pflichtschule im Jahr 1961 und der Förderung der Sekundar- und Hochschulbildung mit Hilfe von Stipendien ist dies nicht mehr der Fall.</p>
<p>Seit einigen Jahren dienen ghanaische Frauen ihren Gemeinden als Lehrerinnen, Krankenschwestern, Ärzte und Anwälte. Die Flagge von Ghana wurde von einer Frau entworfen, Theodosia Salome Okoh, und Frauen aus Ghana haben viele internationale Organisationen geleitet, u.a. Akua Kuenyehia den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (Niederlande), Hannah Tetteh ist derzeit Vorsitzende der Vereinten Nationen in Kenia. Viele weitere steigen in die Berufe Medizin und Recht ein, andere wagen sich in neue Bereiche vor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Abschließend sei gesagt, dass die Rolle der Frau in der Vorkolonialzeit, obwohl sie von entscheidender Bedeutung ist, im Hintergrund gehalten wurde und in der Kolonialzeit praktisch gleich geblieben ist. Nur wenige mutige Frauen erhielten die Gelegenheit Führungspositionen zu übernehmen.</p>
<p>Die Unabhängigkeitskämpfe in den 1950er Jahren begannen mit der formalen Abstimmung bei Parlamentswahlen, wobei den Frauen das Wahlrecht garantiert wurde. Der Einfluss von Europa und Amerika sollte hier nicht unterschätzt werden. Die Unabhängigkeitsverfassung von Ghana und alle nachfolgenden Verfassungen haben das allgemeine Wahlrecht garantiert, mit der einzigen Voraussetzung “ein Ghanaer mit achtzehn Jahren und gesundem Geist” zu sein. Bestimmte soziale Faktoren und Herausforderungen haben jedoch die Beteiligung von Frauen an der Wahl beeinträchtigt. Aber allmählich und stetig hat sich eine deutliche Verbesserung ergeben, und alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich der Trend fortsetzen wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>KIRSTIE ANGSTMANN</h4>

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		<title>1909 &#8211; mit dem Luftschiff für das Wahlrecht</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2014 15:37:32 +0000</pubDate>
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			<p><strong>Muriel Matters (1877 &#8211; 1969), geboren in Australien war eine prominente Aktivistin der Women&#8217;s Freedom League (WFL) in Großbritannien. Am 16.02.1909 stieg sie mit einem Luftschiff und 25 kg Flugblätter in den Himmel. Das Ziel ihrer spektakulären Aktion war König Edward VII und das Londoner House of Parliament, das sie mit Flugblättern überschütten wollte. Der Wind machte ihr einen Strich durch die Rechnung, aber die Nachricht vom Coup der Suffragetten ging als Sensation um die Welt. Hier spricht Muriel Matters in eigenen Worten von der Aktion.</strong></p>

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